Wenn DAS mal kein Zeichen ist: HEUTE kam mein Visum, am Unabhängigkeitstag der USA.
Aber vorab zu meinem Besuch im Konsulat in Frankfurt: Letzten Freitag um 11 Uhr war ich pünktlich mit dem Zug von HD aus hingefahren - und fand keinerlei Schreckensszenario vor, über das einige Bekannte im Vorfeld berichtet hatten. Nur 2 Leute standen vor mir an, um dem (nicht gerade freundlichen, aber bestimmenden) netten Herrn am Eingangsschalter den Reisepass vorzulegen und zu sagen, wann man für heute bestellt war. Ein kurzer Blick auf seine Liste und einen Moment später hatte man 2 Zettelchen mit einer Nummer drauf (meine war U385) und wurde weiter zur Einlass-Schlange geschickt. Dort durfte man, nach Vorzeigen der Nummer, zu 4. in den Sicherheits-Check-Bereich. Wie am Flughafen wird man auf elektr. Geräte, Waffen oder Flüssigkeiten überprüft. Man darf den Gürtel ausziehen, Hosen hochkrempeln und alle Wertsachen durchleuchten lassen. Bei mir gabs keine Probleme, so dass ich gleich weiter in das Hauptgebäude marschieren konnte. Ein kleiner Weg über den Hinterhof am Zaun entlang vermittelt einem, dass das Konsulat nicht gerade in einem Prunkbau, sondern vielmehr in einem umgebauten Krankenhaus untergebracht ist. Die Schalterhalle mit den 299 Plätzen und 30 Schaltern ist hingegen etwas eindrucksvoller ausgestattet: So kann man dort alle Flaggen der einzelnen Amerikanischen Bundesstaaten betrachten, dem Treiben hinter und vor den Schaltern zuschaun oder sich fragen, wieviel der Marmorboden oder die Glaskuppel über einem gekostet hat.
Nach knapp einer Stunde Warterei wurde auch endlich meine Nummer aufgerufen, ich durfte an Schalter 2. Der nette Herr dahinter nahm mir meine Unterlagen ab, prüfte alle auf Vollständigkeit und machte das daraus entstandene Päckchen mit meinem Reisepass bereit zur Weiterleitung an den Konsul. Er war wohl so gut aufgelegt, dass er viel mit mir redete und das ein oder andere Späßchen machte. Manch einer wird sich hier schon denken, war das etwa schon das besagte Visa-Interview?! (Für alle, die auch mal nach Frankfurt müssen: NEIN, nicht nach Hause gehen, sondern nochmal Platz nehmen und auf die elektrische Stimme hören, die die Nummer auf dem 2. Zettelchen erneut ausruft! Ansonsten kann es euch passieren, dass ihr auf dem Heimweg angerufen werdet und euch eine freundliche, aber bestimmende Stimme befiehlt, nochmal anzutanzen…).
Nachdem ihr dann also weiterhin eine halbe Stunde dem Treiben zusehen dürft, erscheint endlich eure Nummer auf der Anzeigetafel. Ich wurde zu Schalter 10 gerufen und, ich muss sagen, es war wirklich nett, das “echte” Interview mit dem Konsularbeamten. Ein junger, gutaussehender und zudem auch gut gelaunter Mann fragt euch dann auf Englisch nur so nebenbei: Californien? Wo denn da genau? Was studierst Du da? Ach, am Scripps, ja da isses schön. Eine interessierte Rückfrage meinerseits, ob er denn das Scripps kenne, wurde mit einer ausschweifenden Antwort bestätigt und mir mind. 100 mal versichert, wie toll doch CA ist
Spätestens da hab ichs ihm auch geglaubt…
Nach etwa 3 Minuten war der Spuk vorbei und ich durfte dann endgültig nach Hause fahren. Ging dann doch sehr schnell. Und jetzt hab ich meinen Reisepass mit dem eingeklebten Visum schon in der Hand. Gültig bis 2013… naja, SOLANG will ich ja nun auch nicht im schönen Californien verbringen…